PSYCHODYNAMISCHE THERAPIEPLANUNG ALS KOMPASS, WENIGER ALS ZWINGENDE AGENDA
Die kurze Einführung in die psychodynamische Psychotherapie unter „2“ in diesem Menü geht auf die
Methodenvielfalt innerhalb derselben ein. Der Aufhänger der Darstellung dort war der Umgang mit zunächst auftretenden Widerständen gegen doch gar nicht so leicht zur erlangende Einsichten. In
Überschneidung hängt der Einsatz von methodischen Varianten in einer psychodynamischen Psychotherapie auch davon ab, welche Einschätzungen des Patienten bestehen, z.B. ob eine Traumagenese, eine
sehr frühe Störung, bei der bestimmte Strukturen des Ichs nicht ausgebildet wurden, oder eine weniger früh verursachte Problematik vorliegt. Außerdem berücksichtig die Therapieplanung natürlich
die gesamte Individualität eines Menschen, z.B. welche Ich-Fertigkeiten besonders betroffen sind, welche Bedürfnisse besonders verletzt wurden, welche Konflikte infolgedessen bestehen und welche
konkreten praktischen Ziele im Leben bzw. welchen Lebensaufgaben gerade besonders bedroht sind. Die Planung wird im Antragsbericht einer LZT ausführlich begründet und beschrieben, hat aber in der
Regel nicht den Charakter einer abzuarbeitenden Agenda. Stattdessen bleibt immer leitend, was die Patientin /den Patienten aktuell gerade beschäftigt und wird die Therapie als ein langes und
tiefes, intensives Gespräch gestaltet. Verschiedene Phasen in der Therapie ergeben sich vor allem mit dessen Fortschritt.