Das häufiger thematisierte Risiko, dass eine Therapie Menschen so verändert, dass sich für sie Veränderungen ergeben, die sie gar nicht wollten, sehe ich nur
bedingt. Schließlich bearbeiten wir in einer psychodynamischen Psychotherapie insbesondere auch seelische Konflikte, bemühen uns also um die Überwindung von Polaritäten des Erlebens und schubsen
Menschen gerade nicht von einem Extrem ins andere.
Risiken auf Grund der Interaktion im Therapieraum sind ggf. auch Chancen. Trotzdem bestehen diese Risiken. Unter der Voraussetzung eines psychodynamischen Ansatzes,
bei dem auch oder gerade auch die Übertragungen und Gegenübertragungen im Therapieraum in die Therapie miteinbezogen werden, sind die Chancen einer Klärung ggf. besonders groß, insbesondere wenn
Offenheit besteht, den Prozess von Übertragung und Gegenübertragung als etwas wechselseitig sich vollziehendes zu verstehen und zu betrachten. Allerdings wird auf diese Weise ggf. auch mehr
explizit als im Alltag oder vielleicht in anderen Therapieformen, was u.U. anstrengend ist.